Hörscreening für Neugeborene

Angeborene Hörstörungen gehören zu den häufigsten genetischen Fehlbildungen überhaupt. Unerkannt führen sie zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Hör- und Sprachentwicklung. Das Neugeborenen-Hörscreening gehört daher zu den wichtigsten Untersuchungen nach der Geburt. Bereits in den ersten Lebenstagen kann durch diese Untersuchung eine Innenohrschwerhörigkeit ohne Belastung für Ihr Kind ausgeschlossen werden. Das Hörscreening bei Neugeborenen ist damit eine effektive Möglichkeit, um Spätfolgen vorzubeugen. Zur Durchführung des Hörscreenings für Neugeborene sind wir neben den Otoakustischen Emissionen  mit einem Gerät zur Messung der frühen akustisch evozierten Potentiale ausgestattet.

Hörstörungen

Verzögerungen der sprachlichen Entwicklung bei Kleinkindern wir z.B. undeutliche Aussprache falsche Wortbildungen, und "Unkonzentriertheit" und "geistige Abwesenheit" können Alarmzeichen für kindliche Schwerhörigkeit sein.

Um eine weitere Verschleppung solcher Störungen zu vermeiden, ist eine Klärung des Hörvermögens solcher Kinder dringend nötig.

Als häufigste Ursache kommen chronische nasale Infekte, Polypen (Adenoide) mit chronischem nächtlichen Schnarchen, nasale Sprache und die damit oft verursachten Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr (Paukenergüsse) in Frage.

Selten kann aber auch eine angeborene oder erworbene Schwerhörigkeit, z.B. nach einer Mittelohrentzündung, die Ursache sein. Eine ausführliche HNO und Hördiagnostik kann in solchen Fällen Klarheit schaffen.

Infekte

Einfache Infekte der Atemwege sind bei Kindern häufig und normal. Auch Mittelohrentzündungen, Mandelentzündungen oder Halslymphknotenentzündungen können wiederholt auftreten. Oft handelt es sich um Virusinfektionen, die mit fiebersenkenden oder schmerzlindernden Medikamenten behandelt werden. Bei bakteriellen Infektionen kann manchmal ein Antibiotikum erforderlich sein.

Begünstigende Faktoren wie Polypen, chronische Entzündungen der Mandeln, Allergien oder mangelnde Abwehrkräfte können das Ausmaß und die Häufigkeit der Infekte verschlimmern. Durch eine genaue Untersuchung und Diagnostik mit modernsten Geräten können wir ohne Belastung unserer kleinen Patienten die Ursache erforschen und eine individuelle Therapie einleiten. 

Allergien

In Deutschland leidet schätzungsweise jeder Dritte unter einer Allergie. Diese kann bereits im Kindesalter auftreten. Im HNO-Bereich führen allergische Reaktionen oft zu einem vermehrten Naselaufen, einer Behinderung der Nasenatmung, es können Niesanfälle oder Augenreizungen auftreten. Allein schon mit der Anamnese und der Untersuchung der Nase kann die Verdachtsdiagnose einer Allergie gestellt werden und die Diagnose durch einen Hauttest (Pricktest) bestätigt werden. Dieser Test ist nahezu schmerzfrei und gut verträglich. Provokationstests und Blutuntersuchungen können die Diagnostik bei Bedarf ergänzen. Die Behandlung der Allergie ist in jedem Lebensalter, vor allem aber im Kindesalter wichtig, um eine Verschlimmerung und auch eine Ausbreitung auf die tiefen Atemwege (zum Beispiel allergisches Asthma) zu vermeiden. Neben der Vermeidung des Allergenkontakts und der medikamentösen Behandlung mit antiallergischen Nasensprays, Augentropfen oder antiallergischen Medikamenten ist als einzige ursächliche Behandlungsmöglichkeit die Hyposensibilisierung (systemische Immuntherapie) sinnvoll. Hierbei wird das Immunsystem aktiviert, um die allergische Reaktion langfristig auszuschalten.

Stimm- und Sprachstörungen

Stimmstörungen haben ihre Ursache im Kehlkopf und äußern sich in der Regel durch eine Heiserkeit. Diese tritt häufig bei viralen Infektionen („Erkältungen“) als Folge einer Entzündung der Kehlkopfschleimhaut auf. Auch wenn die Stimme überanstrengt wurde, klingt sie oft heiser. Bei Kindern finden sich dann häufig Schreiknötchen. Auch durch Veränderungen während des Wachstums (Stimmbruch) treten Stimmstörungen auf. Neubildungen wie Papillome oder neurologische Erkrankungen sind selten. Anhaltende Stimmstörungen sollten auf jeden Fall fachärztlich untersucht werden.

Die Fähigkeit zu sprechen ist eine hohe Hirnleistungsfunktion und auf vielfältige Weise mit anderen Hirnleistungsfunktionsebenen verknüpft. Folglich unterliegt die kindliche Sprachentwicklung vielen Faktoren. Häufig verbergen sich hinter der scheinbaren Teilleistungsstörung Defizite auch in der Wahrnehmung, Konzentration, Motorik und Sensorik. Sprachstörungen bzw. Sprachentwicklungsstörungen treten also isoliert oder im Zusammenhang mit weiteren Störungen der kindlichen Entwicklung auf. Zeitliche "Meilensteine" helfen bei der Beurteilung einer normalen Entwicklung der Sprache:

  • Ab etwa dem dritten Lebensmonat Übergang von der Schrei- in die Lallphase,
  • mit einem Jahr Gebrauch von sinngebundenen Einzelworten,
  • mit zwei Jahren Benutzung von Zweiwortsätzen,
  • mit drei Jahren Mehrwortsätze und
  • mit dem vierten Geburtstag Beherrschung der Einzellaute und deren Verbindungen.

Sprachstörungen äußern sich oft in Poltern, Stottern oder Störungen der Aussprache. Wichtig für die kindliche Sprachentwicklung ist ein funktionierendes Hören. Daher muss stets eine Hörstörung als Ursache ausgeschlossen werden. Die Untersuchung und Behandlung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Kinderarzt oder Logopäden.

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